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„Durch körperliche Training und Entspannung -  hin zur seelischen Entspannung.“

Entspannung für Kinder  

Der Alltag unserer Kinder wird heute von einer ständigen Reizüberflutung bestimmt. Durch das Fernsehen machen viele Kinder nur noch mittelbare Erfahrungen, die eher von "Adventurespielen" vor dem Computer und Trivialserien aus der "Glotze" als von Geländespielen im Wald oder dem selbstvergessenen Bau einer Sandburg geprägt sind.

Viel zu selten haben Kinder in unserer Gesellschaft die Möglichkeit, sich selber auszuprobieren, eigene Grenzen zu erfahren, spielerisch Kräfte zu messen.

Dabei nehmen Kinder im Vor und Grundschulalter ihre Umwelt ganzheitlich wahr und wollen sie mit all ihren Sinnen erleben. Durch Hören und Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten erobern sie sich ihre Welt, spielend verarbeiten sie ihre Eindrücke.

Ich möchte auf das Kind mit seinen Bedürfnissen individuell und als Teil der Gemeinschaft eingehen und ihm die für seine Entwicklung wichtigen Angebote machen.

Familiäre Spannungen, aber auch materielle Probleme oder fehlende Sprachkenntnisse können dazu führen, das Kinder mit aggressivem und dominantem Verhalten oder mit Rückzug reagieren.

Entspannungsspiele und Stilleübungen bieten eine gute Möglichkeit, Kinder spielerisch zur Ruhe kommen zu lassen. Wichtig ist es, Kindern sowohl Ruhe - als auch Bewegungsmöglichkeiten anzubieten, bei denen sie ihre Fantasie, ihre Kreativität und ihre Persönlichkeit entwickeln und entfalten können.

Zwischen Reizüberflutung und Zeitmangel

Neben der Reizüberflutung sind Kinder auch Leistungsdruck und Stress ausgesetzt. Nicht alle Ein - drücke und Erfahrungen können immer richtig verarbeitet werden und wirken unterbewusst weiter, Störungen im seelischen - geistigen Bereich führen zu Spannungszuständen, die sich in Form von Unruhe, Aggressivität, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen und Ängsten zeigen können.

Werden Alarmsignale nicht erkannt, kann sich die Anspannung auch im körperlichen Bereich in Form von Kopfschmerzen, Allergien, Bettnässen, nervösem Magen etc. zeigen.

Ein weiteres Problem vieler Kinder ist der viel zu volle Terminkalender. Dabei ist es erwiesen, dass Kinder mit ausreichend selbstbestimmter Freizeit die Zeiten in Kindergarten und Schule intensiver, ausdauernder und fantasievoller nutzen als Kinder mit vollem Terminkalender. Spielfähige Kinder, die sich zudem noch entspannen können, sind eher schulfähig.

Es ist wichtig für Kindern Rahmenbedingungen zu schaffen, die ihm sowohl Spielmöglichkeiten bieten als auch ein Sich - Zurückziehen erlauben. Spielmöglichkeiten bieten heißt jedoch nicht, das Kind mit Ideen zu "beliefern". Gerade Langeweile ist oft der Boden für gute Einfälle. Ein Kind, das seine eigene innere Welt entwickeln kann, wird Anforderungen besser bewältigen und Problemen selbstbewusster und ruhiger gegenüberstehen.

Stress und Stressbewältigung

Jeder benötigt ein gewisses Maß an Stress, um aktiv und lebensfähig zu bleiben. Wird Belastung allerdings zu Überbelastung, weil keine ausreichenden Erholungsmöglichkeiten und Ruhepausen gegeben sind, reagiert der Mensch zunächst mit Funktionsstörungen, aus denen später nachweisbare Schäden entstehen können. ( Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, Aggression... )

Stress kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Gleichgültig, ob ein Kind sich darüber ärgert, dass es ein bestimmtes Spielzeug nicht bekommt, oder dass es in einer Gruppe nicht mitspielen darf - falls es dazu neigt, seine Gefühle nach außen zu tragen, wird es zunehmend gereizter reagieren, und seine Gedanken werden immer enger um den Gegenstand seines Ärgers kreisen. Im Körper werden Stresshormone freigesetzt, die den Gesamtorganismus aktivieren mit dem Ziel, die Belastung möglichst rasch zu überwinden. Wird der Ärger daher weiter unterdrückt und die Stresshormone können nicht agieren, wird das Kind sich nicht "entlasten" können. Dauererregung, die nicht abgebaut wird, kann sich niederschlagen in - überwiegend nächtliches Zähneknirschen, Nägelbeißen, Lippennagen...

Die beste Möglichkeit, bereits vorhandenen Stress abzubauen, bietet die bewusste Entspannung, wie Meditation, Autogenes Training, Muskelentspannung usw.


Die Bedeutung der Entspannung für die kindliche Entwicklung

In der Ruhe liegt die Kraft." 

(Goethe)

Kinder, die es gelernt haben, sich auch während des Tages zu entspannen, leben gesünder und bewusster. Wer sich entspannt hat, lenkt seine Aufmerksamkeit nach innen und schiebt Anstrengung und Leistungsdruck von sich. Die Atmung vertieft sich, und ein Zustand innerer Achtsamkeit wird geschaffen.

Kinder befinden sich in einer Lernphase, in der sie sehr aufnahmefähig sind. dadurch werden auf der einen Seite enorme Lernleistungen vollbracht, andererseits aber dringen auch äußere Reize tief ein, die nicht immer verarbeitet werden können. Die Folgen sind dann Nervosität, Angst, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen etc.

Entspannungsübungen können verhindern, dass diese negativen Folgen das Kind einschränken. Neben der deutlichen Steigerung von Leistungsfähigkeit, Ideenreichtum, Fantasie und Kreativität muss auch die Stärkung des Immunsystems hervorgehoben werden.

Entspannte Kinder sind seltener krank. Entspannungsspiele... fördern die Imaginations - und Konzentrationsfähigkeit. Massagen und körperliche Übungen lösen muskuläre Verspannungen, bewirken dadurch eine bessere Körperhaltung und sorgen so für eine optimale Atemtätigkeit.

Bewegung und Entspannung

Um den wechselnden Bedürfnissen von Kindern nach Bewegung auf der einen und nach Ruhe auf der anderen Seite gerecht zu werden, können Entspannungsspiele bei Vor - und Grundschülern gut eingesetzt werden.

Voraussetzung für ein gesundes Leben ist ein Gleichgewicht zwischen Bewegung und Entspannung. Ruheerlebnisse verhelfen dem Kind dazu, die Reizüberflutung einzudämmen und sich besser auf sich selbst einzulassen.

Ziele sind:

Als Ziel steht die Konzeption einer ganzheitlichen Erziehung des Kindes im Vordergrund. Im Sinne dieser Erziehung lassen sich folgende Ziele und Aufgaben für die Entspannungsspiele formulieren:

  • die Wahrnehmung durch sinnliche Erfahrung zu schulen

  • Fantasie und Kreativität zu entwickeln

  • Ausdauer und Konzentration zu fördern

  • den Körper bewusst zu erleben, kennenzulernen und anzunehmen

  • sich auf kleinstem Raum auszutoben, auszuagieren und zur Ruhe zu kommen

  • motorischen Fähigkeiten zu vertrauen

  • die Fein - und Grobmotorik zu fördern

  • sich mit der räumlichen und dinglichen Umwelt auseinanderzusetzen

  • Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln

  • Fähigkeiten zu sozialem Handeln und Kommunikation zu fördern

  • Erlebtes durch Stille zu verarbeiten

  • Stress, Termin - und Leistungsdruck durch die Fähigkeit abschalten zu können" entgegenzuwirken

  • die Lernbereitschaft zu fördern

  • das Immunsystem zu stärken

  • Verspannungen zu lösen und eine verbesserte Haltung zu schaffen

  • eine optimale Atemtätigkeit herzustellen

  • Gesundheitsvorsorge zu treffen

  • inneres Gleichgewicht zwischen Bewegung und Entspannung herzustellen

Kinder im Vor - und Grundschulalter zeichnen sich durch einen hohen Grad an Spontaneität, Offenheit, Freude und Neugier am Sich - Bewegen und Entdecken aus. In diesem Zusammenhang ist die besondere Lernfähigkeit und rasche Entwicklung beim Kind zu sehen.


Entspannungshaltungen

1. Liegehaltung

2. Königshaltung

3. gelöste Sitzhaltung

4. angelehnte Sitzhaltung

Zurücknahme:

dabei werden die Hände zu Fäusten geballt und die Arme gereckt und gestreckt.

Die Kinder stehen dabei langsam auf, atmen tief durch und recken und strecken sich : Ich bin frisch und munter.

Stille -Übungen und Entspannungsspiele zur Sinnesschulung

Innere Ruhe bedeutet viel mehr als nur den Mund zu halten. das Kind sammelt seine inneren Kräfte und wendet sich zur eigenen Mitte hin. Dabei wird der eigene Körper erlebt, er öffnet sich intensiven Empfindungen, und die Sinne sind geschärft. das Kind übt mit allen Sinnen und dem ganzen Körper Aufnahmebereitschaft, Aufmerksamkeit und Konzentration wieder herzustellen. Konzentriertes Wahrnehmen und Unterscheiden wird gefördert.

1. Hören:

Die Welt ist voll von Klängen, Geräuschen, Tönen, Stimmen. Unsere Ohren können wir, im Gegensatz zu den Augen, nicht verschließen, so dass wir fast ständig von Lauten oder Klängen umgeben sind.

2. Sehen:

Mehr als die Hälfte aller Informationen, die unser Gehirn erhält, sind über die Augen dorthin gelangt. Unser eigenes Weltbild und unsere Ansichten werden weitgehend von den Erfahrungen bestimmt, die wir über das Sehen gemacht haben.

Mit offenen Augen durch die Welt gehen, heißt Wahrnehmungen zu vertiefen und differenziert damit umzugehen.

3. Riechen und Schmecken:

Geruchs - und Geschmackssinn stehen in enger Beziehung zueinander. Noch stärker beeinflussen uns aber Gerüche: Sie können Stimmungen in uns erzeugen und sie auch verändern.

4. Fühlen:

Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen. Sie umgibt unseren Körper und schützt ihn. Wir fühlen mit unserem ganzen Körper. Sonnenschein tut den Menschen besonders gut und hebt ihre Stimmung. Bei Druck und Verletzung empfinden wir Schmerz. Auch Hitze und Kälte spüren wir auf unserer Haut.

Spezielle Übungen und Entspannungsspiele sollen den Kindern helfen, ihren Körper bewusster wahrzunehmen.

Entspannungsspiele mit Bewegung und Musik:

Bewegung und Musik werden von Kindern als zusammengehörige Einheit erlebt.

Mit ihrem ganzen Körper drücken sie Gefühle und Stimmungen aus. Innere Bewegtheit und äußerlich sichtbares Bewegungsverhalten ist bei jüngeren Kindern besonders eng miteinander verbunden.

Deshalb dürfen Körper - und Bewegungserfahrungen nicht nur zu festgesetzten Zeiten zugelassen sein. Die Basis jeder Elementarerziehung sind Bewegungserfahrungen, die das Kind unterstützen selbständige Erfahrungen zu sammeln, handlungsfähig zu werden und sich mit sich selbst und seiner Umwelt auseinanderzusetzen.

Musik und Bewegung sind für jüngere Kinder und für Kinder mit Sprachschwierigkeiten eine Möglichkeit, sich leichter in der Gruppe zu entspannen.

Spielen auf einfachen Instrumenten, Singen und Körperbewegungen zu Musik sind gute Möglichkeiten, innere Unruhe, Unausgeglichenheit, Konzentrationsmangel und Aggressivität abzubauen.

Gern können individuelle Kurse für Schulklassen, Kindergartengruppen, Wohngruppen oder für einzelne Personen auf telefonische oder schriftliche Anfrage vereinbart werden.

Interesse? Hier können Sie eine unverbindliche Anfrage für einen Kurs hinterlassen: info@freiraum-leipzig.de

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